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Jamara Ara - Spielzeug das Fliegen beibringen

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Jamara Ara - Spielzeug das Fliegen beibringen
aller Anfang ist schwer
Umbau auf 480er
Brushless Motor
endlich fliegt er
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Wer billig kauft kauft doppelt - oder wie man mit dem Jamara Ara doch etwas Spaß haben kann

Angefangen hat das Ganze so: Es sollte ein Flieger her für wenig Geld und nach Möglichkeit mit Fernsteuerung und dem ganzen Zubehör - ein RTF Teil für den Anfang sozusagen. In den einschlägigen Shops wurde der ARA von der Firma Jamara als leicht zu fliegendes Anfängermodell gepriesen. 

Zitat: "Durch die gutmütigen Flugeigenschaften und die ausgewogenen Steuerreaktionen ist der Jamara Ara für den Einstieg in den ferngesteuerten Modellflug sehr empfehlenswert."

Ohne Kenntnisse der Modellfliegerei und reichlichem Nachdenken über alternative Modelle wurde der Flieger dann doch beim preiswertesten Lieferanten geordert.

Laut Bedienungsanleitung sollte nur das Höhenruder montiert, der Akku aufgeladen, die Fernsteuerung mit Batterien oder Akkus versorgt und die Ruder auf Mittelstellung gebracht werden. Dann konnte es losgehen!

Nach 7 Tagen warten auf absolute Windstille ging es mit reichlich Herzklopfen an den ersten Startversuch. Laut Anleitung wurde der Motor auf Vollgas gestellt und der Segler leicht nach vorn geworfen. Das Ergebnis war niederschmetternd - der ARA stieg steil nach oben und nach dem er keine Geschwindigkeit mehr hatte kam das Ding mit doppelter Geschwindigkeit senkrecht nach unten...

Mit einem Einschlag im weichen Ackerboden war erst mal alles vorbei. In Bezug auf die stundenlange Vorbereitung war der erste Startversuch doch sehr deprimierend....


Doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt! In den nächsten Tagen folgten weitere Versuche die zur Folge hatten, das sich das Höhenruder langsam in seine Bestandteile zerlegte. Mittlerweile etwas ratlos geworden wurde es nun doch langsam Zeit mal jemanden zu fragen der Ahnung von solchen Fluggeräten hat.

Als das Gerät von einem Profi geprüft wurde kam die nächste Ernüchterung:

  • die mitgelieferte Fernsteuerung ist totaler Schrott
  • der mickrige 900mAh NiMh 5 Zeller reicht gerade mal um den Segler einmal hochzubringen
  • die Servos kann man vergessen und die wackelige Anlenkung auch
  • das Höhenruder ist nicht stabil
  • der Antrieb zieht keine Bockwurst vom Teller

Außerdem wurde mir ans Herz gelegt es mal mit LiPo Akkus zu probieren.

Nach ein paar Tagen Bauzeit hatte der Ara nun ein neues Höhenleitwerk aus 3mm Balsa (verstärkt mit etwas 1mm Sperrholz), das mit Epoxy bombenfest am Rumpf befestigt wurde. Die Servos wurden durch die preiswerten Conrad Servos ES-05 ersetzt. Vorn glänzte ein Speed 480 der über einen Lipo-Fly von einem 1000mAh 3s Lipo Akku befeuert wurde.

 

Höhenruder Ara

 

 

Wenn man schon mal dabei ist Geld auszugeben musste eine neue MX-12 von Graupner her und der Empfänger war nun ein R-700. Schwerpunkt einstellen, Ruder checken und dann ging es ab - das Teil flog tatsächlich und man hatte von da an mehr als nur einen Startversuch!


Nach ein paar Tagen langsam fliegen und segeln sollte der Antrieb etwas gefordert werden. Außerdem war es nicht besonders windstill und der Jamara Ara hatte schon Probleme nicht abgetrieben zu werden. Zwei Minuten Vollgas gegen den Wind und der Speed 480 hatte keine Lust mehr sich mit 3 LiPo Zellen quälen zu lassen.

Ende der Geschichte war eine super Landung mit grauer Rauchfahne, die schon etwas Aufmerksamkeit erregte.

Nun war der Motor im Eimer und die Frage stand: Weiter mit Bürste oder gleich auf brushless umrüsten?

Ein Dualsky BL XMotor 2830-10T mit passendem 25A brushless Regler von Dualsky und ein ROCKAMP Heliperformance 1800mAh 3S Lipo Akku mussten nun her. Der größere Akku sollte den Schwerpunkt etwas nach vorn bringen. Gleichzeitig wurde noch eine passende Luftschraubenkupplung mit Mittelstück und eine 9x5er Cam Carbon Klappluftschraube verbaut.

 

Mororhalterung

 

In die Lüftungsschlitze kam ein 2mm Sperrholz um den 200 Watt Außenläufer zu schützen. Erste Drehversuche mit der Luftschraube zerlegten erst einmal den originalen Motorspant. Der Spant aus Plaste hatte dem Drehmoment nicht standgehalten und der Motor flog im hohen Bogen in Flugrichtung raus.

Bingo - mit sowas hat man die Lacher erst mal auf seiner Seite ...

 


Harz

 

 

Es war wieder Bauen angesagt! Als erstes wurden 6 Lagen GFK übereinander verharzt um daraus einen Motorspant zu fertigen. Der vordere Bereich im Ara wurde ebenfalls mit einer Glasfasermatte und etwas Harz versehen. Nachdem der Spant zugeschnitten war, wurde dieser mit montiertem Motor auf Sturz und Seitenzug positioniert und mit Sekundenkleber fixiert. Zum Schluß bekam der Motorspant noch eine Fuge Harz mit Microballons. Nach dem Aushärten erfolgte die Endmontage und dann konnte es losgehen.

 


Mit dem Antrieb ging der Jamara Ara nun ohne Probleme fast senkrecht nach oben und es machte langsam Spaß mit dem Flieger rumzukurven. Je nach Trimmung und Windverhältnissen kann man mit anfängergerechter Schrittgeschwindigkeit und auch etwas flotter fliegen. Ab Windstärke 4 sollte man das Modell allerdings wegen des geringen Gewichts am Boden lassen.

Mit dem Akku sind ca. 1,5 Stunden Flugspaß inkl. 3 Neustarts machbar - das sollte für einen Anfänger reichen.

Fazit dieser Geschichte:

Hände weg von RTF Modellen aus dem Spielzeug Bereich!

Für den Preis von 109,00 Euro kann man kein flugfähiges Gerät mit Elektronik erwarten und trotzdem wird so etwas als Einstiegssegler für Anfänger verkauft.

Das einzig anfängertaugliche am Jamara Ara ist die sehr hohe Crashresistenz. Der Rumpf und auch die Fläche mussten einiges abhalten und waren einfach nicht kleinzukriegen.

Wer sich trotzdem für den Jamara Ara interessiert sollte sich nur den Rumpf und die Tragfläche kaufen. Die gibt es für je 27,90 Euro bei monkeytoys.de als Ersatzteil.

 

ARA monkeytoys
 
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